Geschichte des SVO

Die Anfänge 

Deutschland im Jahr 1923. Das Ende des Ersten Weltkriegs liegt fünf Jahre zurück.

Unter großen Schwierigkeiten ist aus dem Kaiserreich mit der Weimarer Republik eine parlamentarische Demokratie entstanden.

Aber die Auswirkungen des Krieges sind noch überall zu spüren. Große Probleme bereitet den Menschen die wirtschaftliche Situation. Armut, Not, Arbeitslosigkeit prägen das Bild der Zeit. Eine rasant wachsende Inflationsrate wird erst gegen Ende des Krisenjahres 1923 durch eine Währungsreform gestoppt. Viele hoffen auf einen Neuanfang. Die Menschen suchen nach Hoffnung, neuen Perspektiven, wollen endlich nach vorne schauen. In diese Zeit hinein wurden zwei junge Lehrer an die Oberndorfer Schule versetzt. Sie kümmerten sich neben ihren schulischen Tätigkeiten auch sonst intensiv um die Jugend im Ort.

Sigmund Mohn und Franz Kreutle waren begeisterte Anhänger des Fußballsports, der sich in Deutschland und ganz Europa immer mehr von den großen Städten auch auf die ländlichen Gebiete ausbreitete.

Diese Begeisterung weckten sie auch bei den Kindern und Jugendlichen in Oberndorf.
Allerdings wurde sie längst nicht von allen im Dorf geteilt. Weite Teile der Bevölkerung reagierten noch sehr reserviert gegenüber diesem fremdartigen Ballspiel. Die Geistlichkeit betrachtete es als unsittlich, weil es in kurzen Hosen betrieben wird und auch der Schultheiß und die Gemeinderäte lehnten den Wunsch der Fußballer nach einem Sportgelände erst einmal strikt ab.
Aber mit großer Beharrlichkeit verfolgten die jungen Leute und ihre beiden Fürsprecher ihr Ziel weiter und nach zähen Verhandlungen gelang es tatsächlich, von der Gemeindeverwaltung eine Genehmigung zum Herrichten eines Sportplatzes zu bekommen.
Beim sogenannten “Dreieck“, wo heute das Gelände der Fa. Trumpf liegt, wurde ein Stück Land als geeignet betrachtet. Die Bedingungen für die Überlassung lauteten: die auf dem Platz stehenden Bäume durften nicht gerodet werden, der quer durchführende Weg musste weiterhin nutzbar bleiben.

Somit war, trotz aller Hindernisse, die Basis dafür geschaffen, dass sich der Fußballsport in Oberndorf entwickeln konnte.

Die Gründung


Folgerichtig fand am 15.Mai 1924 im Gasthaus „Hirsch“ die Gründungsversammlung für den Sportverein Oberndorf statt.
23 Gründungsmitglieder waren anwesend:

Fahrner Markus Kreutle Franz Landenberger Karl Fahrner Fridolin
Wellhäußer Jakob Amann Alex Wellhäußer Andreas Fahrner Gustav
Waldschuck Richard Schmid Hermann Freudemann Josef Fischer August
Mohn Sigmund Baur Ambros Sailer Fridolin Sailer Gottfried
Kittel Hermann Fahrner Ignaz Wellhäußer Adolf Kittel Alfred
Hartmann Andreas Stengle Wilhelm Fischer Hans  

Zum ersten Vorsitzenden des neuen Vereins wurde Markus Fahrner gewählt.
Allen Anwesenden war klar, dass auf diesen ersten Schritt noch viele weitere Folgen mussten.
Eine innere Vereinsstruktur musste geschaffen werden, die äußeren Rahmenbedingungen entwickelt und viele
Widerstände gegen diese neue Art der Freizeitgestaltung gebrochen werden.
Ob ihnen damals schon klar war, welch große Bedeutung der Fußball im Laufe der nächsten 100 Jahre in Oberndorf, in Deutschland und eigentlich der ganzen Welt gewinnen würde, wir wissen es nicht.


AUSZUG:
Chronik 100 SV Oberndorf (Seite 5 und Seite 6)
Autor: Werner Hartmann